Therapien gegen Schwitzen (Hyperhidrosis)

Die nachfolgend aufgeführten Medikamente, Anwendungsmittel und operative Verfahren zeigen einen exemplarischen Auszug der aktuellen therapeutischen Optionen gegen Hyperhidrosis / Bromhidrosis. Wirkweise und Nebenwirkungen dieser Präparate und chirurgischen Eingriffe sind individuell. Vor einer Selbstmedikation ohne ärztliche Begleitung wird abgeraten (bis auf handelsübliche Antitranspirante, Deodorants oder Homöopathika).

Therapieoptionen bei übermäßigem Schwitzen

1. Therapie mit Botulinumtoxin-A
Botox Injektion
Botox Injektion

Alternativ zu operativen Verfahren mit potentiellen und nicht selten schweren Nebenwirkungen kommt eine Behandlung mit Botolinumtoxin zur Bekämpfung übermäßigen Schwitzens in Betracht. Dieses Mittel wird direkt in die Haut des vermehrt schwitzenden Bereichs injiziert / gespritzt. 
Das Verfahren gilt als ausgesprochen effektiv, wissenschaftlich belegt  und kann nicht nur unter den Achseln, sondern selbst im Kopf- und Nackenbereich, den Händen und an den Füßen zum Einsatz kommen.
Nachteilig ist jedoch, dass die Wirkung zeitlich beschränkt bleibt. Eine Wiederholung wäre erforderlich.

2. Iontophorese-Therapie
Iontophorese
Iontophorese

Das physikalische Therapieverfahren der Iontophorese bezeichnet das Einbringen von ionisierten Substanzen in den Körper durch die Haut oder Schleimhaut mittels eines elektrischen Stromes. Durch den Stromfluß wird die Penetration einer Substanz durch die Haut gefördert. Die Menge der durch die Iontophorese eingeführten Substanz hängt von der Stärke und Einwirkungsdauer des elektrischen Stromes ab.

Der Hautwiderstand ist innerhalb der Schweißdrüsenausführungsgänge am niedrigsten, daher ist der Ionenfluß innerhalb der Dukti am größten.

Die Technik der Iontophorese wurde im 18. Jahrhundert erstmals beschrieben. In der Dermatologie erreichte die Anwendung der Iontophorese ihre größte Popularität in der Behandlung der Hyperhidrosis. In experimentellen Arbeiten wurde bewiesen, daß durch gewöhnliches Leitungswasser eine Verminderung der Schweißsekretion erzielt werden kann.

3. Systemische Therapie
Systemische Therapie
Systemische Therapie

Auf dem Arzneimittelsektor werden pflanzliche Antihidrotika zur Bekämpfung vermehrter Transpiration angeboten. Diese Produkte enthalten Salbei oder Kampfer und sind in verschiedenen Zubereitungsformen erhältlich (Tee, Creme, Puder etc.). Es gibt keine wissenschaftlich fundierten Untersuchungen über die Qualität ihrer antihidrotischen Wirkung, möglicherweise können sie zur Linderung der Hyperhidrosis beitragen.
Da die ekkrinen Schweißdrüsen durch cholinerge sympathische Nervenfasern versorgt werden, sind im Rahmen der Hyperhidrosistherapie Anticholinergika zur Anwendung gekommen (insbsondere Sormodren und Vagantin). Anticholinergika wirken durch eine Blockade des neuroglandulären Transmitters Acetylcholin. Sie können systemisch oder lokal (mit oder ohne Okklusion), sowie als Zusatz zur Iontophorese-Behandlung appliziert werden.

Es hat sich gezeigt, daß durch Anticholinergika zwar eine Verminderung, jedoch keine zufriedenstellende Hemmung der Schweißsekretion erzielt werden kann. Der erhebliche Nachteil der Anticholinergika, durch den schließlich ihre Einsatzfähigkeit begrenzt wird, besteht darin, daß sie bei systemischer Anwendung zu Nebenwirkungen am vegetativen Nervensystem führen. Selbst bei niedriger Dosierung können sich Sehstörungen, Tachykardie oder Mundtrockenheit hervorrufen.

4. Sympathikusblockade (ETS)
endoskopische transthorakale Sympathektomie
transthorakale Sympathektomie (ETS)

Bei der endoskopischen transthorakalen Sympathektomie handelt es sich um ein chirurgisches Verfahren zur Unterbrechung von Nerven im Kreislauf des Schwitzens, die für die Impulsgabe zur Absonderung des Schweißes zuständig sind. Bevorzugt wird dieser endosko-pische Eingriff bei der Behandlung einer extremem Hyperhidrosis im Gesicht oder an den Händen. Bei Fußschweiß ergibt sich eine Besonderheit durch die schwer zugängliche Lokalisation der schweißstimulierenden Nerven, so dass hier ein weitaus aufwendigerer Eingriff in Form einer offenen Bauchoperation notwendig wird.

5. Antitranspirante - externe Anwendungen
Antitranspirante
Antitranspirante

Neben den bereits vorgestellten chemischen Substanzen, die im Innern des Körpers ihre schweißreduzierende Wirkung entfalten, gibt es auch solche Substanzen, die bei externer Anwendung die überschüssige Sekretion von Schweißflüssigkeit drastisch zu hemmen vermögen. Hierzu zählen vornehmlich Metallverbindungen,  insbesondere die Verknüpfung von Aluminium und Chlor, die zur Hauptgruppe der Antiperspirantien gehören.

Aluminiumchlorid und auch - sulfat sowie Zink und Magnesium haben sich als Metallwirkstoffe im Rahmen der Schweißbekämpfung und Hydrosistherapie seit Jahren erfolgreich bewährt. Diese Verbindungen verfügen über eine adstringierende Wirkung, sie behindern und erschweren  den Sekretaustritt, und können zudem sehr behandlungsfreundlich in den unterschiedlichsten Anwendungsmodifikationen verabreicht werden.

6.Natürliche Hilfsmittel -Anti-Schwitz-Kleidung
Natürliche Hilfsmittel
Natürliche Hilfsmittel

Im Kampf gegen hässliche Schweißflecke in der Kleidung gibt es neben den Anwendungen von Aluminiumchloriden als Apothekenmischung oder Industrieprodukten auch völlig natürliche Hilfsmittel wie z.B. Achselpads oder Funktionshemden.
Es handelt sich hierbei nicht um eine spezifische Therapieform sondern eher um die  Kaschierung des axillaren Schwitzens, jedoch mit einem häufig ebenso positiven Resultat wie bei den medizinischen, kosmetischen oder sogar operativen Anwendungen.
Primär geht es hierbei um eine "Behandlung oder besser Anwendung" ohne jegliche Eingriffe in den Körper.
Bei den Anti-Schwitz-Hemden handelt sich um ein Unterhemd von hoher Qualität mit einer eingebauten Tasche für normale Papiertaschentücher zum Aufsaugen des Achselschweißes sowie einer Flüssigkeitssperre im Achselbereich.