Strom gegen Hyperhidrosis - Iontophorese

Am häufigsten wird der Dermatologe aufgrund einer Hyperhidrosis palmoplantaris (Hand-/Fußschweiß) konsultiert. Zur Behandlung steht hier seit Einführung der Leitungswasser-Iontophorese durch Levit im Jahr 1968 ein mittlerweile bewährtes und ausgereiftes Therapieverfahren zur Verfügung. Zur Anwendung kommen schwache Gleichströme, die mit Hilfe hydroelektrischer Bäder durch die Haut von Handinnenflächen und Fußsohlen geleitet werden.

Bei der Behandlungsmethodik der Iontophorese handelt es sich um eine physikalische Therapieform, deren Effektivität und somit schweißhemmende Wirkung bereits vielseitig wissenschaftlich erkundet und bestätigt wurde. Die physiologische Betrachtung der Schweißdrüsen und deren Funktion verdeutlicht, dass der Sekretionsmechanismus durch Elektrolyte und komplizierte osmotische Prozesse zwischen den Zellen der Schweißdrüsen und deren unmittelbarer Umgebung gesteuert wird. Bei der Iontopheresebehandlung werden ionisierte
Substanzen, die den Transpirationsprozeß wesentlich regulieren, mittels elektrischem Strom in die menschliche Haut transportiert, wodurch an den Schweißdrüsen komplizierte biochemische und folglich sekretionssteuernde Vorgänge ausgelöst werden, die zur Hemmung und Blockade der Drüsensekretion führen.

Die effektive Stromtherapie

Hände und Füße werden dabei in mit Leitungswasser gefüllte flache Plastikwannen getaucht, in denen sich Plattenelektroden befinden, die mit Isoliertüchern bedeckt sind. Die Elektroden sind über Kabel mit einem Stromgenerator verbunden, der als Gleichstromquelle dient. Durch den Gleichstrom kommt es - wahrscheinlich in Folge einer funktionellen Inhibition der Schweißdrüsenzellen - nach etwa zehn bis fünfzehn kurz aufeinanderfolgenden Behandlungen günstigenfalls zur Normhidrosis.

 

Zur Aufrechterhaltung der Normhidrosis ist eine Erhaltungstherapie notwendig, die ein bis zweimal wöchentlich durchgeführt werden muß. Zu diesem Zweck kann dem Patienten ein Heimgerät rezeptiert werden.