Systemische Therapie

Zu den verordnungspflichtigen chemischen Stoffen, die eine Behandlung der Hyper­hidrosis ermöglichen, zählt die pharma­kologische Gruppe der Anticholinergika. Ihr sekretionshemmendes Wirkpotential beruht auf dem Zusammenspiel von Schweißdrüsen und cholinergen Nerven. Die Wirk­stoffe der anticholinergen Sub­stan­­zen, auch Cholinergika-Blocker genannt, hemmen die Funk­tion sympathischer Ner­venfasern, die die Aktivität der ekkri­nen Drüsen steuern, in­dem sie die Rezeptoren an den sekretorischen Zellen der Schweißdrüsen blockieren.

Bei Reizung des Hypothalamus wird an den cholinergen Faser­enden im Sekretionsprozess der für die Absonderung des Schwei­ßes bedeutsame Botenstoff Acetylcholin freigesetzt. Acetylcholin hat die Funktion, an den Sekretzellen anzudocken und die Sekretion der Schweißdrüsen über komplizierte biochemische Verfahren zu aktivieren. Dieser Überträger ist vermutlich auch für die Aktivie­rung der Elektrolyte verant­wortlich, die eine entscheidende Funk­tion im Kreislauf der Transpiration einnehmen und die Sekretion der Schweißdrü­sen anregen.

Durch die Besetzung der Rezeptoren in den sympathischen Gang­lien mittels anticholinergi­scher Substanzen wird diese Reaktion unterbunden, so dass das Ausmaß der Sekretion einge­schränkt wird. Der überschüssige Transmitterstoff wird schließlich durch das Enzym Cholinsterase in die Bestandteile Cholin und Essigsäure zersetzt und damit deaktiviert.

Zu den bekanntesten Wirkstoffen der Anticholinergika gehö­ren Borna­prinhydrochlorid, Atropin, Skopolamin, Banthin sowie Propan­thelinbromid.

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