Psychogenes Schwitzen

Wissenschaftliche Untersuchungen führten zu der Erkenntnis, dass starke emotionale Belastungen die Entstehung von Haut­krankheiten begünstigen.

Hinsichtlich einer Hyperhidrosis förderten diese Ergebnisse zutage, dass eine nahezu einhundertprozentige Verursachung durch emo­tionale Faktoren gegeben sein kann. Infolge seeli­schen Überdrucks präsentiert sich das übermäßige Schwitzen daher nicht selten als neurotisches Symptom. Die Hyperhidrosis wird dann als aus­schließ­lich psychische Erkran­kung mit eindeutig psycho­somati­schem Verlauf ver­standen. Man spricht auch vom Vorliegen einer psychogenen Hyperhidrosis.

Beim krankhaften Schwitzen nimmt gerade die menschliche Haut psychosomatisch eine herausragende Stellung ein. Ihre Symptome treten häufig zeitgleich zu emotionalen Problemen auf und haben bildlichen Charakter. Die Haut ist als „Spiegelbild der Seele“ eine Art Projektionsfläche, auf der sich seelische Konflikte ab­bilden.

Die Psychosomatik umfasst im Allgemeinen die Wechselbe­ziehung zwischen körperlich-organischen und geistig-seeli­schen Vorgängen.

Der Gefühlshaushalt eines Menschen beeinflusst dessen kör­per­liches Befinden ebenso, wie sich andererseits auch die körperliche Konstitution auf das Gefühlsleben auswirkt. Die­ses Phänomen ist nicht nur im Zusammenhang mit einer Er­krankung bedeutsam, es lässt sich auch im Alltag beobachten.

Klassisch „psychosomatische“ Erscheinungen haben ihren Nieder­schlag in Redewendungen gefunden: »Das schlägt mir auf die Blase«, »Das drückt mir auf den Magen« oder »Dabei wird mir immer so mulmig«. In Bezug auf das Problem des Schwitzens sind ge­bräuchliche Formulierungen: »Das treibt mir den Schweiß auf die Stirn«, »Ich bin dabei ganz schön ins Schwit­zen gekommen« und »Mir ist dabei ziemlich heiß geworden«.

Zurück